Vogelzugbeobachtung am Fränkel

Unsere Vogelzugbeobachtung am Fränkel – jedes Jahr eine Wundertüte, eine Wundertüte hoch zwei.

Wundertüte Nr. 1 – das Wetter, welches uns jedes Jahr aufs Neue überrascht.
Wundertüte Nr. 2 – die Zugvögel, die uns jedes Jahr aufs Neue überraschen.

Dieses Jahr bescherte uns der 3. Oktober einen sonnigen Herbsttag mit Bodenfrost auf der Alb. Ein eisiger, kräftiger Südwind pfiff durch den Taleinschnitt zwischen Fränkel und Burren. Während wir uns in den Windschatten des Berges flüchten konnten, stellte dieser Gegenwind für die ziehenden Kleinvögel eine große Herausforderung dar. Finken, Meisen, Lerchen und Drosseln ließen sich vom starken Wind nahezu vom Zug abhalten.
Nur vereinzelt zogen einige Rauchschwalben vorbei, dazu wenige Buchfinken sowie Sing- und Misteldrosseln. Die Gesamtzahl der ziehenden Singvögel, die an diesem Tag über uns und unsere zahlreichen Besucher – darunter erfreulicherweise viele Kinder – hinwegzogen, lag lediglich im mittleren zweistelligen Bereich.

Für die größeren Vögel war der Wind hingegen kaum ein Hindernis. Im Gegenteil: Die Rotmilane, Mäusebussarde, Turmfalken und Kolkraben nutzten ihn regelrecht spielerisch – ihre übermütigen Flugmanöver machten diesen Eindruck jedenfalls deutlich. Ganz anders die durchziehenden Sperber – sie zeigten sich diszipliniert und zielgerichtet.

Wirklich überrascht haben uns in diesem Jahr die vielen Schwärme ziehender Ringeltauben. So früh im Oktober haben wir derart große Trupps – mehrere hundert Individuen pro Schwarm – noch nie beobachtet. Fast waren wir versucht, diesen Tag als ersten Ringeltauben-Massenzugtag 2025 zu bezeichnen.

Im Vergleich dazu fällt es dem kleinen Kormoranschwarm, der das Filstal talwärts zog, und den wenigen Admiral-Faltern, die heute eine Zugpause einlegten, schwer, sich dauerhaft in unser kollektives Langzeitgedächtnis einzuschreiben.

Wir sind schon jetzt gespannt auf die nächste Ausgabe unserer doppelten Wundertüte: Vogelzug am Fränkel 2026.

Rückblick auf die letzten Wundertüten "Vogelzug am Fränkel"

Rückblick 03.10.2024

Leider hat sich das Wetter nicht an die Vorhersage der optimistischsten Wetter-App gehalten. Die Berge nebelverhangen, die Weitsicht auf die Drei-Kaiser-Berge von einer weißen Wand verhüllt. Aus dem Nebel tauchten immer mal wieder kleinere Schwärme von Buchfinken, Staren und Kernbeißern auf, zu denen sich noch einige Wiesenpieper, Heckenbraunellen und eine Heidelerche gesellten.

Rückblick 03.10.2023

Wer denkt schon bei annähernd 30 Grad und tiefblauem Himmel an den nahenden Winter? Ehrlich gesagt, wir nicht. Aber so mancher kluger Vogel. Während wir damit beschäftigt waren, uns von unnötigen Kleidungsschichten zu entledigen, fand über unseren Köpfen der Singvogelzug über die Alb statt. Aufgrund des guten Wetters, aufgrund fehlender Wolken, aufgrund nicht vorhandener Kontraste ein klein wenig im Verborgenem.

Rückblick 03.10.2022

Nach zwei Regentagen war für den heutigen Feiertag Feiertagswetter vorhergesagt. Und dann das! Der Albtrauf so nebelverhangen, dass die wenigen, sich ins Ungewisse vorwagenden Zugvögel erst einmal umgekehrt sind. Ob das heute was wird mit unserer traditionellen Zugvogelbeobachtung am Fränkel? Ja! Das Wetter hatte Erbarmen mit den knapp 20 Vogelenthusiasten. Immer weniger Nebel = immer mehr Zugvögel. Hunderte Rauch- und Mehlschwalben – so viele hatten wir an einem 3. Oktober noch nie gesehen!