Exkursion über die Wacholderheide im Dürrental
Unser gemütlicher Naturspaziergang über die Wacholderheiden an den Nordalbhängen ist zu einer Orchideen-Bewunderungstour eskaliert.
Das lag weniger an den Insekten, die einen Tag nach den Eisheiligen noch nicht die optimalen Bedingungen hatten. Zu kühl, zu bewölkt – für uns allerdings ideales Wetter, um den steilen Anstieg zu meistern.
Einige Pantherspanner flatterten umher, ein Hartheu-Spanner saß im Gras und ein Paar Himmelblauer Bläulinge ließ sich in seiner Zweisamkeit nicht stören.
Auch die Pflanzen der Heide gaben sich alle Mühe, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Allen voran der Wiesensalbei, der in unterschiedlichsten Farbvarianten – von Rosa über Hellblau bis zum bekannten Dunkelblau – zu finden war. Sonnenröschen, Hufeisenklee, Zottiger Klappertopf, Kreuzblümchen und ein letzter Frühlingsenzian, dazu unterschiedliche Wolfsmilcharten und der Kleine Wiesenknopf: alle bewunderungs- und bestaunenswert. Doch sie wurden zu zweiten Siegern, sobald die Orchideen auftraten. Und das taten sie. Und wie!
Fliegen-, Hummel- und Spinnenragwurz, Zweiblatt, Nestwurz, Bleiches und Schwertblättriges Waldvögelein, Männliches Knabenkraut, Purpur-Knabenkraut, Helm-Knabenkraut, Pyramiden-Orchis, Bocks-Riemenzunge und Ohnsporn – in Mannschaftsstärke plus Ersatzspieler. Da jede Orchidee ihr eigenes Erscheinungsbild besitzt und sich viele Arten untereinander kreuzen können, war ein Zeitplan spätestens bei der zweiten Orchidee obsolet.
Besonders ins Auge fielen die stattlichen Bocks-Riemenzungen: die einen noch mit Blütenknospen, die anderen bereits in voller Blüte. Während die Riemenzungen kaum zu übersehen sind, muss man bei der Fliegenragwurz genau hinschauen und sich vor der zierlichen Pflanze verbeugen. Was für eine Blüte! Von den drei Ragwurzarten, die wir auf unserer Exkursion gesehen haben, treibt es die Fliegenragwurz auf die Spitze: die perfekte optische Illusion eines begehrenswerten Insekts!
