Pflege Wacholderheiden

2010_09_27-P-0011_smallDas idyllische, romantische Bild der Schwäbischen Alb wird durch die Wacholderheiden hervorgerufen. Nicht umsonst schmückt die Silberdistel das Logo des BNAN. Über das „richtige" Aussehen der Wacholderheide gibt es viele unterschiedliche Vorstellungen und Pflegekonzepte. Eine sich selbst überlassene Heide entwickelt sich zum Wald. Eine intensive Wiederbeweidung der ehemaligen Schafweiden erhält das Landschaftsbild. Zwischen diesen beiden Extremen findet sich die artenreiche Wacholderheide als Übergangsform.

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Wir erhalten artenreiche Wacholderheiden durch mechanische, zeitintensive Pflege.

In den ersten 25 Jahren der BNAN Bezirksgruppe Geislingen haben wir auf weiteren acht Heideflächen über 1000 Stunden Biotoppflege geleistet.

 

 

 

 

Auszug aus der Resolution des Bundes Naturschutz Alb-Neckar e.V. zur Wiederbeweidung von Wacholderheiden auf kalkreichen Standorten der Schwäbischen Alb und ihres Vorlandes 1984


Der Bund Naturschutz Alb-Neckar e.V. wendet sich in diesem Aufruf an die zuständigen Fachbehörden, Gemeinden und Träger des privaten Naturschutzes, um seiner sorge über die Gefährdung der für den Artenschutz bedeutsamen Vorrangflächen in „offenen Wacholderheiden" Ausdruck zu geben.


Ohnsporn 200Angesprochen sind die floristisch und faunistisch reichen und vielfältigen Entwicklungsstadien auf ehemaligen Schafweiden, die durch intensive Wiederbeweidung Gefahr laufen, ihre wichtigen Funktionen als Rückzugsgebiete für zahlreiche gefährdete Pflanzen- und Tierarten und als Ersatzbiotope für die fast verschwundenen einmähdigen Wiesen zu verlieren.

Zur Erhaltung der besonders artenreichen Wacholderheiden wird daher gefordert:

  1. Auf Flächen mit besonders wertvoller Vegetation sollte auf eine Wiederbeweidung verzichtet werden.
  2. Auf einem Teil der Flächen kann eine schonende auf kurze Fristen begrenzte Wiederbeweidung in Frage kommen. Dies setzt voraus, dass eine sorgfältige Untersuchung durch Fachleute vorausgegangen ist und eine laufende Überwachung erfolgt.
  3. Pflanzensoziologische Untersuchungen über die Auswirkungen der Wiederbeweidung müssen sich am Sukzessionsstadium „Offene Wacholderheide" als Bezugsbasis orientieren, nicht am Vegetationsbild der einstigen Schafweide.
  4. Der Verbuschung artenreicher Wacholderheiden kann durch eine Mischung von mechanischer Pflege und gezielter Beweidung entgegengesteuert werden. Dies muss auf den Einzelstandort abgestimmt sein.
  5. Im Interesse des Artenschutzes muss künftig ein Teil der zur Verfügung stehenden Naturschutzmittel gezielt für die Erhaltung der „artenreichen Wacholderheide" eingesetzt werden.


Die „artenreiche Wacholderheide ist für den Biotop- und Artenschutz von größter Bedeutung.

 

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