Aktuelle Termine

Rückblick auf das BNAN-Jahr der Bezirksgruppe Geislingen
Fr 09.Dez, 2022
19:30 Uhr

Kuhbergwiese, Nenningen

Wiese und Heide am Kuhberg


Eine sehr spezielle Lebensgemeinschaft
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Kuhberg19-01kDer Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Phengaris rebeli) lebt in seltsamen Verhältnissen.
Zum einen hat er eine sehr enge Beziehung zum Kreuzenzian, nur an dem legt er seine Eier ab. Die Raupe frisst zunächst an den Blüten und Blättern des Enzians und lässt sich nach einigen Häutungen im Spätsommer auf den Boden fallen.

Dort wartet dann die nächste Beziehung im noch kurzen Leben des Kreuzenzian-Ameisenbläulings: Knotenameisen. Die Raupe imitiert den Geruch einer speziellen Knotenameisenart, und lässt sich von dieser in das Ameisennest tragen.
Kuhberg19-02kIm Nest ernährt sie sich von der Ameisenbrut, hält mit den Ameisen Winterruhe und verpuppt sich im nächsten Frühjahr. Der frisch geschlüpfte Falter muss dann schnellstens das Ameisennest verlassen, da ihm der tarnende Ameisengeruch fehlt.
Diese Dreiecksbeziehung muss jedoch noch vergrößert werden, haben doch die Knotenameisen und der Kreuzenzian weitere Beziehungen zu anderen Lebewesen. Die Knotenameise beispielsweise zu Blattläusen, die sie melken, der Kreuzenzian zu ihn bestäubenden Bienen. All das und noch manches mehr muss man berücksichtigen, wenn man die Ökologie des Schmetterlings erfassen will.

Wer in einem so komplizierten Beziehungsgeflecht lebt und dazu noch einen kleinen Flugradius hat, hat es schwer. Daher gilt der Kreuzenzian-Ameisenbläuling in Deutschland als „stark gefährdet" (Rote Liste Kategorie 2).

Kuhberg19-03kBei unserer Biotopflege achten wir darauf, dass die Pflanzen des Kreuzenzians nicht abgemäht werden. Eine mühselige und anstrengende Aufgabe für unser Mähpersonal, aber auch für die Abrecher, die um die stehen gelassenen Altgras-Inseln herum rechen müssen.

Aber: was tut man nicht alles für den Kreuzenzian-Ameisenbläuling und seine komplizierten Beziehungs-Verhältnisse. Und: so nebenbei profitieren auch noch die ehemaligen „Allerweltsarten", die in der intensiv bewirtschafteten Landschaft keinen Lebensraum mehr finden, von unseren Biotop-Erhaltungs-Maßnahmen.


Kuhbergwiese 2010-06-17 KL

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